Länder
des südlichen Afrikas, inzwischen vielfach Nettoimporteure von Lebensmitteln,
sind von der Hungerkrise besonders betroffen. Gleichzeitig gewinnt der Anbau
und Handel mit Agrotreibstoffen in der Region an Bedeutung. Günstige Faktoren,
wie weite Flächen, gute Bodenbeschaffenheit und niedrige Herstellungskosten,
ziehen eine wachsende Zahl von Investoren an. Auch viele Regierungen Ost-
und Westafrikas betrachten die Produktion von Energiepflanzen als Chance
für ihre Volkswirtschaften. Sie versprechen sich hiervon Exporteinnahmen,
neue Einkommensquellen für die Landbevölkerung, Technologie-Transfer sowie
eine sinkende Abhängigkeit von Erdölimporten.
Gleichwohl stellt sich eine Reihe von Fragen: Welche Auswirkungen hat der großflächige Anbau von Agrotreibstoffen auf die lokale Nahrungsmittelproduktion und für das Recht auf Nahrung? Welche ökologischen Risiken sind mit dem Anbau von energetischem Pflanzenmaterial verbunden? Wer sind die Gewinner und Verlierer des Agrotreibstoff-Booms? Bestehen Möglichkeiten für eine sinnvolle lokale Nutzung von Biomasse-Energie?
10:00 Uhr: Begrüßung und kurze Einleitung
10:15 - 12:00 Uhr: Herausforderungen ländlicher Entwicklung im südlichen Afrika (Prof. Dr. Theo Rauch, FU Berlin, Institut für Entwicklungsländer-Forschung)
12:00 - 12:45 Uhr Mittagspause
12:45 - 14:45 Uhr: Cash Crops vs. Food Crops? Soziale, ökologische und menschenrechtliche Auswirkungen des Anbaus von Agroenergie (Sandra Schuster, BLUE 21)
14:45 - 15:00 Uhr: Kaffeepause
15:00 - 17:00 Uhr: Landwirtschaft - das vernachlässigte Stiefkind der Entwicklungszusammenarbeit (EZ). Die Rolle der EZ bei der Förderung von Agrotreibstoffen (Christine Chemnitz, Heinrich-Böll-Stiftung, Referentin Internationaler Agrarhandel)
Samstag, 20. September 2008, 10-17 Uhr
Haus der Demokratie und Menschenrechte, Seminarraum 1. Stock, Greifswalderstr. 4, 10405 Berlin
Bildungswerk Berlin der Heinrich Böll Stiftung in Kooperation mit BLUE 21
Eintritt frei!