Offener Gesprächsabend mit Abdallah Mkindi (Envirocare, African Biodiversity Network / Daressalam-Tansania)
Zeit: Mittwoch, 5.11.2008 um 19:30 Uhr
Ort: Haus der Demokratie (Seminarraum 1. Stock), Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin
Englisch mit konsekutiver Übersetzung
Agroenergien aus nachwachsenden Rohstoffen gewinnen als Industriezweig auf den internationalen Energiemärkten zunehmend an Bedeutung. Sie gelten als klimafreundlicher Ersatz zu fossilen Energieträgern und werden von Seiten der Politik gefördert, etwa in Form der Beimischung zu Ottonormalsprit im Verkehrssektor. In vielen Ländern des Südens werden große Hoffnungen an diesen neuen Markt geknüpft. Vom Anbau der Kraftstoffpflanzen und dem Export in die energienachfragenden Industrieländer verspricht man sich Deviseneinnahmen, Einkommensquellen für die Landbevölkerung und Technologie-Transfer. Nach Lateinamerika entwickelt sich die Region des südlichen Afrikas derzeit zum wichtigsten Produzenten von Biomasse weltweit.
In Tansania werden von der Regierung weitreichende Pläne auf den Weg gebracht, um das Potential des ostafrikanischen Landes in Richtung einer beanspruchten „Weltmarktführer“-Rolle im Anbau und der Produktion von Agrotreibstoffen zu stärken. Eine Reihe von großflächigen Anlagen wurde bereits errichtet, vielfach unter Beteiligung ausländischer Unternehmen. Gleichzeitig häufen sich Berichte über direkte und indirekte Vertreibungen, Umleitungen der Wasserversorgung, unlautere Formen der Landeignung und –vergabe.
Eine Vielzahl von Fragen schließen sich hieran an: Wie gestaltet sich der Anbau und die Produktion von Agrotreibstoffen in Tansania? Welche sozialen, ökologischen und menschenrechtlichen Auswirkungen sind mit der beabsichtigten Ausdehnung und Intensivierung des Energie-Anbaus verbunden? Bestehen Möglichkeiten für eine sinnvolle lokale Nutzung von Agroenergie?
BLUE 21, FDCL, Rettet den Regenwald, Attac-Berlin, Inkota
Eintritt frei!