DIN A4, 32 Seiten
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Am 2. Juli 1997 begann in Thailand die sogenannte Asienkrise. Sie begann
damit, dass Investoren, ausländische und thailändische, innerhalb
sehr kurzer Zeit sehr viel Kapital aus Thailand ins Ausland verbrachten,
weil sie eine Wirtschaftskrise in Thailand befürchteten. Investoren
und Banken tauschten ihr Geld von der thailändischen Währung Bath
in US-Dollar und Euro um, um es außer Landes zu bringen. Bath war
nicht mehr gefragt und die Nachfrage nach Euro und Dollar stieg dramatisch.
Das Ergebnis war ein dramatischer Verfall des Bath: er verlor bis zum Januar
1998 über 50 Prozent seines Wertes, der Wechselkurs war auf die Hälfte
gefallen. Dieser Prozess setzte eine ökonomische Kettenreaktion in
Gang: Wenn eine thailändische Bank im Ausland Geld geliehen hatte (und
das hatten viele getan), musste sie Zinsen und Tilgungen in der Regel in
Dollar und Euro bezahlen. Die von ihr in Thailand erwirtschafteten Bath
waren nun aber nur noch die Hälfte wert, die Auslandsverschuldung Thailands
hatte sich also, in Bath gemessen, verdoppelt. Das brachte viele Banken
und sonstige Schuldner ganz schnell an den Rand des Bankrotts.
Das Beispiel Thailand veranschaulicht eindrücklich, wie beginnend mit einer Währungskrise, eine ganze Volkswirtschaft in einen Abwärtsstrudel geraten kann. Viele Entwicklungserfolge der Krisenländer wurden damals in nur kurzer Zeit zerstört und viele Länder, v.a. Indonesien, Brasilien und Argentinien, leiden bis heute an den Spätfolgen der Finanzkrisen.
Die vorliegende Broschüre will den Blick aber über aktute Finanzkrisen
hinaus richten: Wie wirkt sich das internationale Währungssystem im
Alltag auch ohne akute Währungskrisen auf die wirtschaftliche und soziale
Entwicklung der Länder des Südens aus? Sind es nur die Momente
der Krisen, die Entwicklungsländern zu schaffen machen oder ist auch
der "alltägliche Normalzustand" des Weltwährungssystems
ein Problem für Entwicklung? Warum haben Entwicklungsländer meist
schwache Währungen und warum bestimmen die Industrieländer die
globale Zinspolitik?
Auf diese und ähnliche Fragen versucht die Broschüre verständliche
und handlungsorientierte Antworten zu geben.