BLUE 21

Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Umwelt und Entwicklung
Gneisenaustr. 2a,
10961 Berlin

Wenn der Peso purzelt

Die Auswirkungen des internationalen Währungssystems für die Entwicklungsländer


von Philipp Hersel und Daniel Craffonara, Dezember 2006

 

DIN A4, 32 Seiten

Die Broschüre kann in gedruckter Form bei BLUE 21 unter bestellungen@blue21.de zum Preis von 2,50 Euro zzgl. Versandkosten bestellt werden oder als PDF-Datei heruntergeladen werden. hier geht es zum kostenlosen Download


Am 2. Juli 1997 begann in Thailand die sogenannte Asienkrise. Sie begann damit, dass Investoren, ausländische und thailändische, innerhalb sehr kurzer Zeit sehr viel Kapital aus Thailand ins Ausland verbrachten, weil sie eine Wirtschaftskrise in Thailand befürchteten. Investoren und Banken tauschten ihr Geld von der thailändischen Währung Bath in US-Dollar und Euro um, um es außer Landes zu bringen. Bath war nicht mehr gefragt und die Nachfrage nach Euro und Dollar stieg dramatisch. Das Ergebnis war ein dramatischer Verfall des Bath: er verlor bis zum Januar 1998 über 50 Prozent seines Wertes, der Wechselkurs war auf die Hälfte gefallen. Dieser Prozess setzte eine ökonomische Kettenreaktion in Gang: Wenn eine thailändische Bank im Ausland Geld geliehen hatte (und das hatten viele getan), musste sie Zinsen und Tilgungen in der Regel in Dollar und Euro bezahlen. Die von ihr in Thailand erwirtschafteten Bath waren nun aber nur noch die Hälfte wert, die Auslandsverschuldung Thailands hatte sich also, in Bath gemessen, verdoppelt. Das brachte viele Banken und sonstige Schuldner ganz schnell an den Rand des Bankrotts.

Das Beispiel Thailand veranschaulicht eindrücklich, wie beginnend mit einer Währungskrise, eine ganze Volkswirtschaft in einen Abwärtsstrudel geraten kann. Viele Entwicklungserfolge der Krisenländer wurden damals in nur kurzer Zeit zerstört und viele Länder, v.a. Indonesien, Brasilien und Argentinien, leiden bis heute an den Spätfolgen der Finanzkrisen.

Die vorliegende Broschüre will den Blick aber über aktute Finanzkrisen hinaus richten: Wie wirkt sich das internationale Währungssystem im Alltag auch ohne akute Währungskrisen auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Länder des Südens aus? Sind es nur die Momente der Krisen, die Entwicklungsländern zu schaffen machen oder ist auch der "alltägliche Normalzustand" des Weltwährungssystems ein Problem für Entwicklung? Warum haben Entwicklungsländer meist schwache Währungen und warum bestimmen die Industrieländer die globale Zinspolitik?
Auf diese und ähnliche Fragen versucht die Broschüre verständliche und handlungsorientierte Antworten zu geben.