BLUE 21

Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Umwelt und Entwicklung
Gneisenaustr. 2a,
10969 Berlin

Wie könnte ein solidarisches und ökonomisch stimmiges internationales Handels- und Finanzsystem aussehen?

Einführungsseminar am 1.-2. August 2007 zur entwicklungspolitischen Kohärenz des internationalen Handels- und Finanzsystems


veranstaltet von BLUE 21, AG Finanzmärkte und AG Welthandel und WTO von Attac-Deutschland im Rahmen der Attac-Sommerakademie 2007 in Fulda

 

Referenten: Philipp Hersel (BLUE 21, AG Finanzmärkte Attac-D), Nicola Liebert (BLUE 21, Finanz-Journalistin), Alexis Passadakis und Roland Süß (beide AG Welthandel und WTO Attac-D)

 

Anmeldung und weitere Details zur Sommerakademie

 

"Kohärenz" ist ein neues Schlagwort in der entwicklungspolitischen Debatte. Es meint, dass entwicklungspolitische Ziele und die Mittel zu ihrer Erreichung aufeinander abgestimmt sind und dass entwicklungspolitische Ziele mit den Zielen anderer Politikfelder in Einklang gebracht werden, diese also "stimmig" sind. Genau das ist aber in Bezug auf die internationale Handels- und Finanzpolitik heute sehr oft nicht der Fall. Ein Beispiel: Erzwungene Marktöffnung im Süden hat oft die Importe der Entwicklungsländer explodieren lassen, der fortgesetzte Protektionismus im Norden erschwert ihnen gleichzeitig die Exporte, die Folgen sind Handelsbilanzdefizite. Angesichts solcher Defizite kann der Süden aber keine Schulden zurückbezahlen oder kaum die Gewinne für ausländische Investoren zurück überweisen, beides aber ist erklärtes Ziel der offiziellen der Entwicklungs- und Finanzpolitik.
Als gemeinsame Veranstaltung von BLUE 21 und der AGs Finanzmärkte und Welthandel/WTO von Attac-Deutschland versucht der Workshop die ansonsten meist separat bearbeiteten Themen Handel und Finanzen zusammenzudenken. Ein entwicklungspolitisch solidarisches und politisch und ökonomisch kohärentes Zusammendenken der beiden Bereiche ist aber die Grundlage, wenn die Chancen für Entwicklung verbessert werden sollen.
Der Workshop versucht zunächst, grundlegende Anforderungen an ein solidarisches und ökonomisch stimmiges Weltwirtschaftssystem darzustellen. Im nächsten Schritt wird der von John Maynard Keynes 1944 gemachte Vorschlag einer internationalen Nachkriegswirtschaftsordnung vorgestellt (Internationale Clearing Union, Bancor etc.), um davon ausgehend Elemente einer entwicklungspolitisch kohärenteren internationalen Handels- und Finanzpolitik zu entwickeln.