Berlin/Bonn 2006, DIN A4, 56 Seiten
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In fast allen Ländern der Welt, nicht zuletzt auch in Deutschland,
sind die Regierungen darum bemüht, ausländische Investoren anzuziehen,
um das Wirtschaftswachstum zu erhöhen und Arbeitsplätze zu schaffen.
Aus diesen Bemühungen hat sich ein reger Wettbewerb zwischen den Ländern
um ausländische Investitionen entwickelt, in dem nicht wenige Länder
bereit sind, den Investoren großzügig entgegenzukommen.
Die Finanz- und Schuldenkrisen der Vergangenheit haben deutlich gemacht, dass mit offenen Kapitalmärkten und grenzüberschreitenden Kapitalbewegungen Krisen einhergehen können, die verheerende wirtschaftliche, soziale und ökologische Folgen, insbesondere für die Entwicklungsländer, haben. Wie fällt die langfristige Bilanz aus, wenn man danach fragt, ob ausländisches Kapital unter dem Strich eine Chance oder ein Risiko für eine nachhaltige Entwicklung in den Ländern des Südens darstellt? Sind Finanzkrisen nur der Wermutstropfen einer ansonsten erfolgreichen Strategie, die so viel Kapital wie möglich anzuziehen versucht?
Um diese Frage zu beantworten, muss man die entwicklungspolitischen Auswirkungen verschiedener Arten von Kapitalzuflüssen im Einzelnen betrachten und zu bewerten. Dies in einer allgemein verständlichen Weise zu tun, ist Ziel der vorliegenden Broschüre.
Das Kapitel 1 widmet sich den ökonomischen Zusammenhängen zwischen
Investitionen, Wachstum und Entwicklung und beleuchtet die Rolle, die wirtschaftswissenschaftliche
Theorien ausländischem Kapital im Entwicklungsprozess zuweisen. Es
gibt ferner einen Überblick über die drei Hauptformen ausländischer
Kapitalflüsse in Entwicklungsländer: Kredite, Direktinvestitionen
und Portfolio-Investitionen. Dabei werden sowohl die Größenordnungen
dieser Finanzflüsse betrachtet als auch deren historische Entwicklung
dargestellt. Das Kapitel 2 nimmt die Auswirkungen dieser Kapitalbewegungen
im einzelnen genauer unter die Lupe. Welche Vor- und Nachteile haben Auslandskredite,
Direkt- und Portfolio-Investitionen mit Blick z.B. auf Technologietransfer,
Beschäftigung, Staatseinnahmen und die Stabilität der Zahlungsbilanzen
und Wechselkurse der Entwicklungsländer? Das Kapitel 3 behandelt Brasilien
und Bangladesch als zwei konkrete Länderfälle. Es stellt dar,
welche Erfahrungen beide Länder mit ausländischen Direktinvestitionen
gemacht haben, und trägt zusammen, was sich daraus lernen lässt.
Das Kapitel 4 schließlich richtet den Blick nach vorn und überlegt,
welche neuen Spielregeln und politischen Ansätze für den internationalen
Kapitalverkehr notwendig sind, um die Risiken ausländischer Kapitalflüsse
zu begrenzen und die Chancen für Entwicklung im Süden zu erhöhen.
Am Ende der Broschüre sind in Kapitel 5 neben der verwendeten Literatur
einige Anregungen zum Weiterlesen, Hinweise für informative Internetressourcen
und ein ausführliches Glossar angefügt.