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Das vorliegende Papier untersucht, welche Möglichkeiten sich in und
für Europa bieten, auf die Regulierung der internationalen Finanzmärkte
Einfluss zu nehmen. Dies betrifft die nationale, die europäische und
die internationale Ebene. Es stellt sich die Frage, welche Akteure hier
eine Rolle spielen können und sollen.
Käme es innerhalb des EU-Raums zu progressiven Ansätzen, könnten
diese einerseits durch Beschlüsse innerhalb der EU umgesetzt werden.
Andererseits könnte die EU sich überlegen, wie weit sie darüber
hinaus mit einer einzigen europäischen Stimme in internationalen Foren
und Organisationen sprechen möchte. Möglicherweise würde
sich dadurch in internationalen Institutionen wie dem Internationalen Währungsfonds
(IWF), der Weltbank und innerhalb der Gruppe der sieben bzw. acht mächtigsten
Industrieländer (G7/G8) ein größeres Potential zur Einflussnahme
auf die Regulierung der internationalen Finanzmärkte ergeben.
Voraussetzung für solche strategischen Überlegungen ist selbstverständlich,
dass die Mitgliedstaaten der EU überhaupt eine (relativ zu anderen
relevanten Akteuren, z.B. den USA) progressive Position einnehmen. Obwohl
in den meisten Fällen im Rat der europäischen Wirtschafts- und
Finanzminister (ECOFIN) die qualifizierte Mehrheit gilt, kann sich dies
bei einer Zahl von 27 EU-Mitgliedstaaten ab 2007 schwierig gestalten. Auch
der umgekehrte Fall ist strategisch zu betrachten. Falls die Ansätze
auf EU-Ebene nicht progressiver Art sind, sondern im Gegenteil dem vorherrschenden
Mainstream von Deregulierung und weiterer Liberalisierung der Kapitalmärkte
entsprechen, wäre eine gemeinsame EU-Position Grund zur Sorge statt
zur Hoffnung.